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Bericht aus Wuppertal

Bericht aus Wuppertal

„Ein Lobbyist ist, wo der Politiker isst“, hat der Kabarettist Uwe Spinder einmal gesagt. Von Berufs wegen muss Spinder sicher überspitzen. Aber Lobbyarbeit ist wichtig – ob wir das wollen oder eben nicht. Nicht nur auf der großen Bühne, sondern auch und gerade an der Basis. Das wurde auch bei der Gesprächsrunde im Rahmen der diesjährigen Delegiertenversammlung in Wuppertal deutlich. Der Fachausschuss Jugendpolitik hatte dazu eingeladen, weil er politische Verantwortungsträger gerne besser vernetzen möchte.

In der lockeren Gesprächsrunde mit fast 20 Teilnehmern wurde deutlich: Viele CVJMer engagieren sich bereits in der Lobbyarbeit. Oft befindet sich das Arbeitsfeld nicht im Blickfeld der CVJM-Vereine. Für sie geht es eher darum, Mitarbeiter für die regelmäßigen Gruppen zu finden. Wir sollten einüben, auch hierfür Menschen zu begeistern und ihnen den Rücken für die Arbeit frei zu halten. (Jugend)politik ist oft ein schwerfälliges Geschäft. Aber die hier verrichtete Arbeit ist oft genau so wertvoll.

Wir sollten als CVJMer unsere Stimmen erheben. Und dass nicht nur für die Jugendlichen und Kinder, sondern auch als Kümmerer für unsere Nachbarn, etwa in den Parlamenten und Beiräten. Wir profitieren als CVJM davon, dass unsere Gruppen und Kreise viele Gaben und Fähigkeiten vermitteln, mit denen man sich gut einbringen kann. Oft haben wir Fachleute in unseren Reihen, die die Anliegen und Interessen junger Menschen vertreten.

Lobbyarbeit ist eine gute und wichtige Aufgabe für unsere CVJM. Wir können Entscheidungen über unsere Arbeit und unser Umfeld beeinflussen und mit gestalten. Aus der Praxis konnten dabei unter anderem der Erste Beigeordnete der Gemeinde Wiehl, Michael Schell, und die frühere CVJM-Referentin Andrea Bolte, die jetzt in die Kommunalverwaltung arbeitet, berichten. Es sind die persönlichen Kontakte, Gespräche, Telefonate, Anschreiben, Anhörungen, Bürgersprechstunden oder Einladungen zu CVJM-Veranstaltungen, die unsere Lobbyarbeit prägen können. Hinzu kommen Mandate in Gremien und Interessenvertretungen.

Viele Themen sind „hartes Brot“. Es gilt, neue Strukturen kennenzulernen. Aber die Arbeit ist für den CVJM so wichtig und sinnvoll. Trotz zeitlich beschränkter Ressourcen glaube ich, dass es in unseren Reihen genug Menschen gibt, die hier Fähigkeiten und Gaben haben. Lobbyarbeit bleibt unverzichtbar. Packen wir es an. Um weiter gute Vernetzungen zu schaffen, wollen wir regelmäßig dieses Forum schaffen und politisch Tätige im CVJM an einen Tisch holen, gerne auch mit thematischen Schwerpunkten.