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Flüchtlinge im CVJM

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Flüchtlinge im CVJM

CVJM und menschliche Tragödien

Da wo Krieg herrscht, kommt es zu menschlichen Tragödien und Opfern unter Zivilisten und Soldaten. Schon immer hatte der CVJM auch diese Menschen im Blick. Begonnen hat es wohl 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg. Es waren die eigenen jungen Soldaten, die der CVJM der USA schon 1898 mit Briefpapier für die Korrespondenz mit der Heimat ausstattete. Und im ersten und zweiten Weltkrieg knüpften die anglophonen CVJM der Welt daran an und gaben diesen jungen Männern umfangreiche soziale Unterstützung bis hin an die Front, bis hinein in die Schützengräben. Parallel wurde der Weltbund der CVJM als internationale neutrale Organisation zum Träger der Kriegsgefangenenhilfe, von der auch viele deutsche Kriegsgefangene profitierten. In Deutschland war es dann nach dem zweiten Weltkrieg der Heimkehrerdienst des CVJM. Er kümmerte sich um aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Soldaten, gab ihnen übergangsweise Unterkunft und Hilfen zur Wiedereingliederung. Doch damit war es noch nicht genug. Junge in den Kriegswirren Geflüchtete fanden sich in Lagern wieder. Zu ihrer Betreuung wurde der CVJM-Heimatlosen-Lagerdienst ins Leben gerufen. Allein im Jahre 1955/56 hatte er ein Budget von einer Million DM.

In den siebziger und achtziger Jahren engagierte sich der europäische CVJM mit vielen Volontären aus Europa intensiv im österreichischen Flüchtlingslager Traiskirchen, um dort Kinder- und Jugendarbeit zu ermöglichen. Im Internet findet sich dieser Bericht: "Ich war von 1986 - 1989 im Flüchtlingslager Traiskirchen. Ich war sieben Jahre alt und lebte im Gebäude gleich neben dem CVJM, wo wir als Kinder spielten. Dort war ein Mitarbeiter mit Namen Christoph, der war sehr freundlich zu uns Kindern. Tatsächlich, er war der Netteste zu uns und ich wünsche mir, ich könnte ihm für seine Freundlichkeit danken. Ich hoffe, ich kann das Lager bald einmal besuchen und dort Bilder für meine Kindheitserinnerungen machen."

Und ganz aktuell engagieren sich Mitarbeitende und Mitglieder in vielen örtlichen CVJM, sind gastfrei und leben eine Willkommenskultur angesichts der Geflüchteten in unserem Land.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen
CVJM-Westbund

Willkommenskultur leben und ermöglichen

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde im deutschen CVJM, EJW und CJD!

Immer mehr Flüchtlinge kommen in diesen Tagen nach Europa, vor allem auch nach Deutschland. Viele der Menschen, die zu uns kommen, haben schlimme Erfahrungen hinter sich und sind auf unsere Hilfe angewiesen. Immer drängender werden die Fragen nach der Unterbringung und ob wir es schaffen können, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir in Deutschland die Kraft und die Möglichkeiten haben zu helfen.

Die weltweite CVJM-Bewegung hat sich in ihrer Geschichte immer auch um Flüchtlinge und Kriegsgefangene gekümmert. In einem Buch schrieb ein Kriegsgefangenen-Sekretär des CVJM, „dass sie in jedem Kriegsgefangenen nur den Menschen sehen, dem sie in christlicher Nächstenliebe dienen möchten.“ Können wir diesen liebenden Blick Jesu mit übernehmen und in jedem einzelnen Flüchtling einen von Gott einzigartig geschaffenen und geliebten Menschen erkennen? In meinem Heimatort in Remchingen ist der CVJM schon seit vielen Jahren in einem erfolgreichen Integrationsprojekt mit engagiert. Das örtliche „Netzwerk Asyl“ wird von vielen Christen mit Leben gefüllt. In Remchingen gab es vor wenigen Tagen aber auch einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft. Von solchen menschenverachtenden Übergriffen dürfen wir uns nicht entmutigen lassen.

Ich bin sehr dankbar, dass sich an vielen Orten ehren– und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem CVJM, dem EJW und dem CJD für Flüchtlinge einsetzen und konkrete Hilfe leisten. Die Möglichkeiten vor Ort werden sehr unterschiedlich sein. Ich ermutige die Verantwortlichen vor Ort, sich in bewährter und innovativer Weise auch mit kleinen Hilfen in die Flüchtlingsarbeit einzubringen. Deutschland hat die Kraft zu helfen, vor allem, weil sich auch viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesellschaftspolitisch engagieren und konkrete Hilfen anbieten.

Als CVJM in Deutschland sind wir mit unseren Mitgliedern und den über 60.000 ehren– und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein starkes Glied dieser Hilfsgemeinschaft. Wir wollen als Teil einer weltweiten CVJM-Gemeinschaft weiterhin unseren Beitrag zu einer offenen, gelebten und praktizierten Willkommenskultur in Deutschland leisten. Im Namen des CVJM-Gesamtverbandes bitte ich euch, wo das nicht schon geschieht, als CVJM-Verein zu prüfen, wie die Begleitung von Flüchtlingen und Asylbewerbern eine Aufgabe für euch werden kann.

Bitte prüft, ob ihr zum Beispiel geeignete Grundstücke, Immobilien oder Freiflächen besitzt, die ihr für einen begrenzten Zeitraum als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen könnt. Bitte unterstützt nicht zuletzt auch durch euer Gebet die Menschen, die sich im CVJM und an vielen anderen Stellen für die gelebte, von Nächstenliebe geprägte Willkommenskultur einsetzen.

Können wir es schaffen, dass in jedem CVJM-Verein in Deutschland, der örtliche CVJM oder ein Mitglied des Vereins, eine Wohnung als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen kann? Das wäre doch ein weiteres starkes Signal unserer Solidarität mit den Menschen, die vielfach unsägliches Leid erlebt haben. Wir würden auch damit den Auftrag Jesu umsetzen, der einmal zu seinen Jüngern sagte: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern [die Schwestern waren mit eingeschlossen], das habt ihr mir getan.“

Ich freue mich, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt!

So grüße ich euch herzlich im Namen aller Verantwortlichen im deutschen CVJM und wünsche euch Gottes Segen für eure wertvolle und unverzichtbare Arbeit vor Ort.

Euer

Karl-Heinz Stengel

Pressemitteilung „Willkommenskultur leben und ermöglichen“ vom 31.07.2015:

Willkommenskultur leben und ermöglichen

Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge in Deutschland als gesamtgesellschaftliche Herausforderung wahrnehmen!

KASSEL. Angesichts der jüngsten Brandanschläge auf Unterkünfte für Asylbewerber rufen wir als CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. zu einem verstärkten gemeinsamen Eintreten für eine gelebte Willkommenskultur in Deutschland auf.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland ist eine gesamtgesellschaftliche und bundesweite Herausforderung und muss als solche angenommen werden. Darum rufen wir Politik und Gesellschaft dazu auf, zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement durch professionelle Begleitung zu unterstützen, tragfähige Brücken, die aus persönlicher Beziehungsarbeit entstanden, durch gute Zusammenarbeit zwischen politischen, behördlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf allen Ebenen zu stärken und alles dafür zu tun, dass die Menschen in ihren Herkunftsländern Perspektiven und sichere Lebensbedingungen erhalten. Wir begrüßen und unterstützen die außerordentlichen und pragmatischen Anstrengungen in vielen Bereichen unserer Gesellschaft, Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Wir nehmen aber auch die mit der Aufnahme von Flüchtlingen verbundenen Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern und die großen Herausforderungen für Behörden und politisch Verantwortliche wahr. Anschläge verurteilen wir aufs Schärfste als fremdenfeindliche und daher menschenfeindliche Übergriffe. Der erste CVJM wurde 1844 in London gegründet, um jungen Menschen eine Heimat zu geben, die ihren vertrauten Lebensraum verlassen mussten. Wir sehen heute angesichts weltweiter Migrationsbewegungen ähnliche Herausforderungen. Als Teil der weltweiten CVJM-Gemeinschaft treten wir für die Stärkung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in anderen Ländern ein.

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit leistet der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtgründen. Gemeinsam mit unseren Partner-CVJM in anderen Ländern, beispielsweise in Äthiopien, Eritrea, Ghana, Niger, Nigeria und dem Sudan, treten wir dafür ein, dass junge Menschen in ihrer Heimat und in ihrem Lebensumfeld Perspektiven für ihr Leben gewinnen und weiterentwickeln können. Die Fremdheit der Menschen, die uns aus anderen Kulturen begegnet, kann verunsichern und verängstigen. Wir wollen uns trotzdem nicht davon abhalten lassen, anderen in Nächstenliebe zu begegnen. Auch in unseren Städten und Dörfern wollen wir als CVJM das Leben mit Menschen anderer Herkunft und Kulturen mit gestalten, indem wir mit allen Menschen Leben teilen und füreinander eintreten. Wir bekräftigen daher die Dasseler Impulse (2012):

„Wir wollen respektvoll miteinander kommunizieren, allen mit Wertschätzung begegnen, mit bestehenden Unterschieden leben lernen, einander dienen und ganzheitlich den Auftrag wahrnehmen, wie Jesus Christus ihn uns gegeben hat.

Wir wollen von Christus lernen: ‚Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem anderen dient. Seid so untereinander gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.‘“ (vgl. Philipper 2,4-11)

„Ich bin sehr dankbar, dass sich an vielen Orten ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem CVJM, dem EJW und dem CJD für Flüchtlinge einsetzen und konkrete Hilfen leisten. Wir wollen als Teil einer weltweiten CVJM-Gemeinschaft weiterhin unseren Beitrag zu einer offenen, gelebten und praktizierten Willkommenskultur in Deutschland leisten.“

Karl-Heinz Stengel, Präses des CVJM-Gesamtverbandes