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Begegnung mit einem Präsidenten

18.01.2012 09:12 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Hier bin ich nun auf der Autofähre, die die Innenstadt von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, mit dem auf der anderen Seite der großen Meeresbucht liegenden Flughafen verbindet. Ich habe das Kombiticket für Fähre, Gepäcktransport und Bustransfer zum Flughafen, für meine Weiterreise nach Ghana gebucht, und ich sitze hier in der übersichtlichen Lounge des Dampfers. Die, die hier sitzen, können es sich leisten mit ein wenig mehr Komfort unterwegs zu sein. Ich genieße es, mal wieder Freetown ganz allmählich hinter mir zu lassen und nach und nach zu spüren, wie sich Entspannung einstellt, Entspannung heraus aus der Enge, der dauernden Geräuschkulisse und den massiven Eindrücken für alle Sinne. Ich erinnere mich, als ich heute morgen so gegen sieben Uhr zum ersten Mal wach wurde, dass ich für mich notierte, wie unglaublich still es um diese Zeit war…

Zwei Uhr soll’s losgehen und normalerweise legt die Fähre auch pünktlich ab, hängen doch an ihr Flugverbindungen auf der anderen Seite. Aber da wird nichts draus. Es verstreichen Minute um Minute, bis schließlich der Manager der Fähre in die Lounge kommt und verkündet, es würde nur noch zehn Minuten dauern, denn man warte noch auf einen Passagier. Aus den zehn Minuten wird eine dreiviertel Stunde. Schließlich legt sie ab und gleitet Lungi entgegen.

Da, ein zweites Mal kommt Mr. Martin, der Fährenmanager, zu uns in die Lounge und raunt uns zu: „Der Präsident!“ Und tatsächlich herein kommt der Präsident der Republik Sierra Leone. Ihm hinterher kommen einige Offizielle und Uniformierte. Draußen sehe ich Soldaten mit ihren Knarren. Einige der Passagiere stehen auf, und zu meiner Überraschung dreht der Präsident der Republik Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, eine joviale Runde durch die Lounge und grüßt alle Passagiere per Handschlag. – Dieses Jahr sind Präsidentenwahlen. Da scheint er wohl an diesem sicheren Ort – hier kann keiner weg, wenn er ihm gegenüber Böses im Schilde führen sollte – die Volksnähe zu suchen.

Auch ich stehe ihm „in der Quere“, ergreife seine Hand und grüße ihn: „Many greetings from the YMCA, Mr. President!“ (Viele Grüße vom CVJM, Herr Präsident!) Na, und er? Er fragt halt nach, wie es dem YMCA denn so gehe!

Die Chance ein paar Bilder vom sierra leonischen Staatsoberhaupt zu machen, lasse ich mir nicht entgehen. Und so hat die Verspätung dann doch wenigstens einen guten Grund, und ich werde mit dieser unerwarteten netten Begegnung entschädigt. Später sehe ich unten auf dem Autodeck eine kleine Flotte von schwarzen Allradfahrzeugen stehen und einige Polizisten seines Begleitschutzes fletzen sich auf der Ladefläche eines Pickup. Offensichtlich ist er auch mit dem Ziel Flughafen unterwegs, von wo er mit einer kleinen Maschine wohl in ein anderes Land starten will.

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