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Das ewige Leben feiern

20.01.2013 08:42 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Auf meiner Besuchsreise zu den Partner-YMCAs des CVJM-Westbundes in Westafrika bin ich inzwischen in Accra, der Hauptstadt von Ghana, eingetroffen. Und es ist Samstag und da ist es mit Planungen gar nicht so einfach, weil hier der Samstag der traditionelle Beerdigungstag ist. Und um die Familie des Verstorbenen zu trösten und Anteilnahme auszudrücken, sind viele Ghanaer am Samstag bei einer Beerdigung in ihrem Beziehungsumfeld zu Gast.

Ursprünglich war heute für mich ein Vereinsbesuch im Umfeld von Accra geplant. Doch da erhielt Kwabena Nketia Addae, der Generalsekretär des YMCA Ghana, die Einladung zur Beerdigung des Vaters des Kassenwarts der Region Greater Accra des YMCA. Da war klar, dass dieses Priorität habe und so bin ich mit einigen YMCA-Verantwortlichen unterwegs in Richtung Tema, an den Ort, wo die Trauerfeier stattfinden soll. Es ist ein großer Fußballplatz vor einer Schule. Hier sind im Rechteck Hunderte von Stühlen unter Zeltdächern aufgestellt. Es werden viele Trauergäste erwartet.

Da, mit Martinshorn, kommt ein Ambulanzfahrzeug auf den Platz gefahren. Aus einem anderen Wagen steigen einige junge Männer in uniformen Westen und Anzügen aus, ausstaffiert mit roten Handschuhen. Wie ich später erfahre, sind das Mitarbeiter des Beerdigungsinstituts, dessen sich die Familie bedient hat. Särge werden hier in umgenutzten Ambulanzen transportiert. Sechs dieser kräftigen jungen Leute greifen sich den Sarg aus dem Wagen und tragen ihn mit ungewöhnlichen Schrittfolgen in die Mitte des Platzes, wo er auf einem Katafalk abgestellt wird.

Mit ihnen erreicht auf der Ladefläche eines Pick Up eine Trommlergruppe den Trauerplatz. Ein Chor und sie begleiten die Feier musikalisch.

Eigentlich ist sie ein großer Gottesdienst, in dem der eine Hauptpunkt das Verlesen von Nachrufen verschiedener Gruppierungen der Großfamilie ist. Allen Trauerbesuchern wird ein aufwendig gestaltetes kleines Heft überreicht, in dem diese und Bilder des Verstorbenen abgedruckt sind und der Ablauf der Trauer- und Beerdigungsfeierlichkeiten. Der andere Schwerpunkt ist die enthusiastisch vorgetragene Predigt eines von vier Pfarrern, die bei dieser Trauerfeier unter anderem bei Gebeten zu Wort kommen.

Ein sehr persönlicher Teil des Gottesdienstes ist ein Fürbittengebet und Segen für die erweiterte Familie des Verstorbenen, für das sich alle auf dem Platz versammeln. Das scheint ein seelsorgerlich sehr wichtiger Teil der Trauerfeier zu sein.

Nach dem Ende des Gottesdienstes geht es nun um die Überführung des Sarges per Ambulanzfahrzeug zum entfernt liegenden Friedhof, wo noch eine Bestattungsandacht im engsten Familienkreis erfolgen soll.

Also greifen sich die sechs jungen Männer sehr beschwingt den Sarg und ich glaube, meinen Augen nicht zu trauen: bei fröhlicher Musik von CD legen sie ein Tänzchen mit dem Verstorbenen auf den Schultern aufs „Parkett“. Auf den ersten Blick ist das eine skurrile Szene. Aber hier in Ghana – so habe ich den Eindruck – feiern die Trauernden das Leben, sicher auch das Ewige. Mir wird erzählt, dass dieses ein sehr neues Element von Trauerfeiern sei. Und so mancher mitteilnehmende YMCA-Mitarbeiter ist hiervon auch erstmalig Zeuge.

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