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Glaube mit Tiefengrund - Nach-Ebola-Hilfe der „CVJM-Aktion Hoffnungszeichen“

29.07.2016 14:10 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Bis Anfang dieses Jahres war Ebola mehr als ein Thema in Sierra Leone, Westafrika. Ebola ist eine einzige Leidensgeschichte. Tausende Menschen sind an ihr erkrankt und die Überlebensrate lag bei nur ca. 50 Prozent. Es blieb aber nicht nur bei diesen Erkrankten oder bei den Todesfällen. Diese Seuche hat weite Kreise gezogen. Kinder wurden zu Waisen oder Halbweisen. Die Wirtschaft kam für 1 ½ Jahre zum Erliegen. Menschen wurden arbeitslos, die Bewegungsfreiheit wurde durch Quarantänezonen eingeschränkt, Landwirtschaft konnte kaum noch betrieben werden, Versammlungen von Menschen wurden verboten. Das Land war im Schockzustand. Jetzt ist Sierra Leone zwar Ebola frei, doch hat sich das Land noch nicht von den vielfältigen Auswirkungen erholt. Ganz besonders hart hat es Familien mit Ebola-Fällen getroffen. Die Überlebenden litten unter Ausgrenzung, Stigmatisierung und leiden heute noch unter dem Trauma, das diese Seuche hinterlassen hat. Viele Überlebende haben so ziemlich alles verloren: Verwandte, Ersparnisse, die wirtschaftliche Grundlage.

Hier hat die „Aktion Hoffnungszeichen“, das Hilfsprogramm des CVJM-Gesamtverbandes, ansetzen können. Fünfzig von Ebola besonders Betroffene und dadurch in den wirtschaftlichen Ruin Getriebene wurden in der Umgebung von Bo, der zweitgrößten Stadt von Sierra Leone, vom YMCA ausgewählt.

In Tikonko, einem kleinen Ort, eine halbe Stunde Schotterstraße und unzähligen Schlaglöchern von Bo entfernt, treffe ich eine kleine Gruppe von Bewohnern, denen geholfen werden konnte. Sie sind Bauern und leben mit ihren Familien von den Erträgen des Ackers. Derzeit wird der Sumpfreis aus den Anzuchtbeeten ausgepflanzt. Eine kleine Finanzspritze aus Deutschland hat sie wieder handlungsfähig gemacht und sie wieder auf die eigenen Beine gestellt. Andere haben mit dem Geldbetrag einen Grundstock für ihren Kleinsthandel gelegt und kamen damit endlich wieder „ins Geschäft“.

So auch Theresa Conte: Ihre fünf Kinder hat sie durch Ebola verloren, ihre Mutter und zwei Cousinen, die mit ihr im gleichen Haushalt gelebt haben. Mit den 500.000 Leone (ca. 75 €) konnte sie u.a. Hülsenfrüchte und Reis für ihren kleinen mehr als bescheidenen Marktstand, der sich eher auf dem Boden abspielt, einkaufen und ist jetzt nicht mehr dringend auf Hilfe von außen angewiesen. Mit ihrer Arbeit kann sie zum kargen Auskommen der von der Ebola verschonten Restfamilie beitragen. Sie haben überlebt.

Die kleine Gruppe in Tikonko bedankte sich auf sehr bewegende Weise für die empfangene Unterstützung. Obwohl die Preise für Reis und Lebensmittel bedenklich angestiegen sind, übergaben sie eine große Tüte mit gerade frisch aus dem Boden geernteten Erdnüssen, die man eigentlich noch ein wenig hätte im Boden lassen und dann für gutes Geld verkaufen können sowie einen ansehnlichen Beutel mit selber geerntetem Reis. Ja, sie sind sich sehr bewusst, dass sie ohne diese Hilfe aus dem deutschen CVJM nicht so ohne weiteres wieder auf die Beine gekommen und „Schmalhans“ ihr täglicher Begleiter geworden wäre, bis dahin, dass sie hätten Hunger leiden müssen, wie es immer noch in vielen Orten der Fall ist.

Und weil Sierra Leone eine religiös gemischte Gesellschaft ist, hat der YMCA Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften nicht ausgegrenzt. Das ist sehr konkrete Basismissionsarbeit. Schon im Januar besuchte ich Tikonko. Auch damals kam Ibrahim, der Imam der Hauptmoschee, zu dem Treffen, zu dem der Christliche Verein eingeladen hatte. Und wie selbstverständlich bat man ihn ein Dankgebet zu sprechen, denn ein Pastor war nicht dabei. Und als es aber einem der Teilnehmer dämmerte, dass ja wohl die Hälfte der Anwesenden Christen waren, reklamierte dieser, dass man ja nun schließlich auch das „Vater unser“ beten müsse. Und so falteten wir Christen die Hände und legten so unspektakulär Zeugnis von unserem Glauben ab, der durch die praktische Tat Tiefengrund bekommen hatte.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen
CVJM-Westbund

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