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Regenzeit und Berufsausbildung in Kenema

09.07.2013 09:05 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Wieder einmal habe ich Gelegenheit, Projekte und Ortsvereine des YMCA in Sierra Leone, Westafrika zu besuchen. Während es am Anfang dieser Woche in Deutschland endlich schöne sommerliche Temperaturen und Sonne hat, erlebe ich das Land hier ganz anders. Es ist nämlich Regenzeit. Weil der Himmel häufig von Wolken bedeckt ist, ist es nicht ganz so heiß, also sehr erträglich aber natürlich auch immer mal wieder so richtig heftig nass.

Heute früh sind wir aus der Hauptstadt Freetown ins Hinterland aufgebrochen, mit dem Ziel Kenema, die drittgrößte Stadt des Landes. Der Tag hat ganz angenehm und trocken begonnen. Doch unterwegs zogen immer mehr Wolken auf, schließlich hat es zu regen begonnen und der begleitet uns den Rest des Tages mal leichter, mal tropisch ergossen, manche Straße wird böse überspült, es ist Land unter und mancher würde wohl lieber mit einem Amphibienfahrzeug unterwegs sein…

Es ist halt Regenzeit. Und wenn’s aus allen Kübeln schüttet, dann ist das hier wie bei uns bei einem übermäßigen Schneefall. Verabredungen fallen aus, Treffen werden abgesagt, so auch der für heute geplante Besuch in einem YMCA-Ortsverein in Kenema.

Dafür werden wir aber schon im YMCA-Berufsausbildungs- und Regionalzentrum von Kenema erwartet, denn hier möchte man uns gerne von aktuellen Entwicklungen berichten und uns Neues zeigen.

Nicht ganz so neu aber heute so richtig in Betrieb, dank des Dauerregens, ist die Regenwasserspeicheranlage. Sonst kaum üblich aber hier zu sehen: ein Blechdach ist mit einer Dachrinne ausgestattet, von der Wasser in riesige mannshohe Wassertanks geleitet wird und das Zentrum mit dem wichtigen Nass versorgt.

Stolz zeigt uns dann David, der geschäftsführende Leiter des Berufsausbildungszentrums die Ausstattung für einen neu geplanten Ausbildungsgang. Neben Schneiderinnen, Maurern und Schreinern sollen mit dem neuen Ausbildungsjahr auch Schweißer ausgebildet werden. Damit bilde man bis auf Elektriker und Installateure alle Berufe, die für den Bau eines Hauses benötigt werden, aus. Folgerichtig haben die Verantwortlichen des YMCA jetzt ein Baugewerbe angemeldet, damit sie mit den Azubis und auch ausgelernten Ehemaligen für zahlungskräftige Kunden Häuser hochziehen können. Erklärtes Ziel ist es, dass sich das Ausbildungszentrum mit seinem Produktionszweig einmal weitgehend selber finanziert und man von finanzieller Hilfe von außen unabhängig wird. Stolz zeigt er die Gewerbeerlaubnis.

In einem Raum des Zentrums sind bereits Eisenstangen unterschiedlicher Profile und Bleche eingelagert. An anderer Stelle warten das elektrische Schweißgerät und der große Generator auf ihren Einsatz und am Rande des kleinen Gebäudekomplexes haben die Mitarbeiter auf ein Betonfundament eine offene Werkstatthütte errichtet und daneben die Werkbank für die Metallbearbeiter. Die wurde vorsichtshalber auch mit dicken im Boden versenkten Betonfüßen versehen. So dürfte es ihr schwer fallen, sich von dort zu entfernen…

Mit diesem neuen Ausbildungsgang, der von der CVJM-Theatergruppe „Die Bühnenmäuse“ aus dem CVJM Lüdenscheid-West finanziert wird, wird das YMCA-Berufsausbildungszentrum für junge Menschen noch attraktiver, denn die anderen Ausbildungen werden „an jeder Ecke“ im Lande angeboten. Jungen Frauen und jungen Männer, oft aus sehr einfachen Verhältnissen, wird hier eine Perspektive geboten, sich auf eigene Füße zu stellen.

Und weil es ein YMCA-Zentrum ist, gehört auch die geistliche Komponente mit zum Ausbildungsalltag, denn jeder Tag wird mit einer gemeinsamen Andacht begonnen.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen

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