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Sonntagsfußball in Accra

21.01.2013 08:50 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Heute finde ich ein wenig Zeit, um mal zu Fuß vom YMCA in die Innenstadt zu gehen. Das ist eigentlich sehr ungewöhnlich. Wer kann, versucht bei der großen Wärme hier, Strecken mit irgendwelchen Fahrzeugen zurückzulegen. Immer wieder werde ich von vorbeifahrenden Taxifahrer angehupt, die nicht verstehen können, dass dieses Bleichgesicht da zu Fuß unterwegs ist, ohne zu ahnen, wie gut das tut, eine solche Stadt sich auch einmal zu erlaufen.

Dieses ist ganz besonders eindrücklich an einem Sonntag. Es ist nämlich ein Spaziergang durchs außergewöhnlich stille Accra, denn im Gegensatz zu allen sechs Werktagen ist es hier am Sonntag geradezu weihevoll ruhig und gelassen. Nur einige Straßenhändlerinnen und –händler haben schon ihre Waren auf den Bürgersteigen ausgebreitet. Es sind kaum Menschen unterwegs. Accra zeigt sich in einem ungewohnt beschaulichen Kleid, wo sonst Hektik, Überfüllung, Stau, Gestank und Lärm vorherrschen.

Auf meinem Spaziergang komme ich an einem großen Schotterplatz vorbei, auf dem zwei wackelige Fußballtore stehen; die mögen zwar wackelig und marode sein. Der Fußball, der dort aber gerade von zwei Jugendmannschaften mit Schiedsrichter gespielt wird, ist dieses aber ganz und gar nicht. Hier geht’s mit ganzem Einsatz gekonnt und technisch versiert zur Sache. Alles ist nicht so ganz regelgerecht. Es gibt keine weiß markierten Feldlinien. Auch ein Elfmeterpunkt ist nicht auszumachen und wo der Mittelpunkt des Feldes jeweils zu finden ist, ist eher die Entscheidung des Schiedsrichters.

Fußball hat einen ganz großen Stellenwert, nicht nur hier in Ghana. Auch im YMCA gehört Fußball zu den attraktiven Aktivitäten. Wohl in allen umliegenden Staaten träumen junge Fußballtalente von der großen Karriere, träumen davon, es den großen Fußballstars ihrer Länder gleichzutun und im internationalen Fußballzirkus mitzumischen.

Selbst hinter dem Tor der Jugendmannschaften bolzen ein paar Kinder. Die haben keinen Schiedsrichter, die haben auch keine richtigen Tore und die haben keine Schuhe. Barfuss jagen auch sie mit ganzem Einsatz auf diesem unebenen Untergrund den Ball. Und wer Flipflops an den Füßen hat, muss beide beherrschen: sie und den Ball! Doch wer spricht hier von Ball. Was die hier zwischen sich hin- und hertreiben ist eine Gummiblase, der die Luft ausgegangen ist. Entsprechend behäbig bewegt sich dieses Geschoss zwischen ihren Füßen.

Nur ein paar Straßen weiter wird ein Busbahnhof zum Kleinspielfeld. Heute am Sonntag verkehren hier so gut wie keine Busse. Und gleich haben ein paar Jungs zusammen mit ihrem Ball die ebene Fläche der Busbuchten zum Bolzplatz umgewidmet. Auch hier geht’s zur Sache und der Spaß und die Freude am Spiel ist ihnen anzumerken.

Ob ich da wohl heute einen künftigen Fußballstar mit meinen Augen und meiner Kamera ins Visier genommen habe?

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