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Wie es dem YMCA zur Zeit so geht… Blitzlichter aus der YMCA-Zentrale in Accra

26.01.2013 15:38 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Der Gebäudekomplex des YMCA-Nationalverbandes hier in Accra, Ghana, Westafrika, ist durchaus in die Jahre gekommen, stammt er doch aus den siebziger Jahren. Viele Bauteile sind damals aus Deutschland importiert worden, so auch die imposant hohe Faltwand, die die YMCA-Halle von den Verwaltungsräumen abtrennt. Doch für fünfzig Jahre ist solch ein Teil nicht gebaut, noch dazu für die Tropen. Mehr als altersschwach und ein Dauerärgernis, hat sich Kwabena Nketia Addae, der Generalsekretär des YMCA Ghana, nun von ihr getrennt. Mit vereinten Kräften der Lehrer und Azubis des YMCA-Berufsausbildungszentrums wurde das uralte Teil herausgerissen und an ihre Stelle eine sehr funktionelle Trennwand eingebaut, die den Stil des Umbaus der Büros aufgreift.

Das ist aber noch nicht alles: es hat einige Bürowechsel gegeben, in deren Verlauf das nun großzügigere Büro des Generalsekretärs auch einen Konferenzbereich erhalten hat. Endlich gibt es damit nun Platz, um sich mal mit ein paar Leuten zusammenzusetzen. Das attraktive neue Mobiliar wurde von den Schreinern des Berufsausbildungszentrums hergestellt.

Über verschiedene Initiativen stehen dessen Azubis jetzt auch ein paar wenige Laptops zur Verfügung. Damit hat ein neues Unterrichtfach Eingang in das Kurrikulum erhalten. Nicht jeder kann sich hier so ohne weiteres einen eigenen Laptop leisten, doch jedermann hat zu Computern in den vielen Internetcafés Zugang. Also hat deren Nutzung auch Eingang in das Ausbildungssystem gefunden. Leider ist aber noch der Schlüssel zwischen Azubis und Laptops nicht befriedigend. Viele stehen in der zweiten Reihe und versuchen einen Blick auf den Bildschirm zu erhaschen, ohne das Geschehen selber gestalten zu können.

Ähnlich, wie sich elektronische Medien im Alltag rasant durchsetzen – einen Visumantragstermin bei der deutschen Botschaft kann man nur noch per Internet erhalten – so boomt es in Accra, der Hauptstadt von Ghana, im Bausektor. Überall in der Nachbarschaft des YMCA, der mal am Rande der Innenstadt lag, werden alte Zwei-/Dreistöcker abgerissen, so auch gleich nebenan. Hier gab es mal einen einstöckigen Kindergarten auf einem weitläufigen Gelände. Es ist noch nicht lange her, da wurde er dem Erdboden gleich gemacht. Und da, wo bislang ein idyllisches Plätzchen für Kinder war, ist in nur ein paar Monaten ein Betongigant hochgeschossen, vor dem das YMCA-Hostel zum Zwerg wird.

Da nimmt es nicht wunder, dass die Verantwortlichen alles daran setzen wollen, um möglichst schnell die ganz bald ablaufende fünfzigjährige Erbpacht zu erneuern, um nicht in den Sog von ungebührlichen Begehrlichkeiten von Investoren und Stadtplanern zu geraten. Der CVJM-Westbund hat dem YMCA Ghana dafür ein Darlehen in Höhe von 42.500 € in Aussicht gestellt, für dessen Refinanzierung nun Ortsvereine und Mitglieder in Deutschland gewonnen werden müssen.

Im August letzten Jahres hat der YMCA Ghana einen neuen Vorstand für den Nationalverband gewählt. Jetzt begegnet er erstmalig in dieser Zusammensetzung den Vertretern seiner Partner-YMCAs aus der weltweiten CVJM-Bewegung. Da sitzen neben der Afrikanischen Allianz der CVJM und dem CVJM-Westbund noch Delegierte aus dem YMCA der Zwillingstädte, der Twin Cities Minneapolis & St. Paul, geteilt durch den Mississippi River, USA und aus dem YMCA Toronto, Kanada, mit am Tisch.

Sehr schnell hat sich der neue geschäftsführende Vorstand in die aktuellen Themen- und Arbeitsbereiche eingearbeitet und berichtet in dem Partnertreffen überzeugend von den vielen Dingen, die den engagiert Mitarbeitenden im YMCA gelungen sind aber auch von mancherlei Herausforderungen, die die Arbeit in einem solchen Land so mit sich bringen.

Der YMCA in Ghana ist in gutem Sinne in die Jahre gekommen. Noch kann er keine 100 Jahre feiern, wie der YMCA in Sierra Leone. Aber dennoch gibt es seit den sechziger Jahren eine stetig wachsende Arbeit, die ohne hauptamtlich Mitarbeitende nicht zu bewältigen wäre. So haben eine Reihe von ihnen viele Jahrzehnte im YMCA gearbeitet, sei es im Berufsausbildungszentrum, sei es als YMCA-Sekretäre oder aber auch in der Verwaltung. Inzwischen sind eine Reihe von ihnen in den Ruhestand gegangen. Zu ihnen gehört auch Sam Nyame, der frühere Generalsekretär der afrikanischen Allianz der CVJM, der aus Ghana stammt.

Alle halbe Jahre treffen sich diese „YMCA-Pensionäre“ des YMCA Ghana zu einem gemeinsamen Essen, tauschen sich über ihre aktuelle Situation aus – keiner von ihnen bekommt eine monatlich Rente – nehmen Anteil an den aktuellen Entwicklungen ihres „alten“ YMCA und schwelgen natürlich auch in den Anekdoten aus den „guten alten Zeiten“. Soweit wie möglich nimmt Kwabena Nketia Addae, der junge Generalsekretär des YMCA, an ihren Treffen teil und erzählt ihnen davon, wie es dem YMCA zur Zeit so geht.

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