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Wütende Trommelwirbel

07.08.2016 13:43 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Regenzeit am Löwengebirge in Sierra Leone, Westafrika

Blauer Himmel, strahlende Sonne und wohlige Wärme sind Standardklischees für Westafrika. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Touristen vor allem dann vor Ort sind, wenn dieses auch so zutrifft. Doch einige Monate im Jahr kann's dort im tropischen Afrika auch ganz anders zugehen, dann ist nämlich Regenzeit und die herrscht jetzt.

Ich sitze in meinem Zimmer im YMCA-Hostel in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Um mich herum geht nichts mehr, denn es regnet. Nein! Es schüttet! Eine Regenfront hat sich über das Löwengebirge geschoben und deren triefende Wolken gleiten tiefer und tiefer, decken sich über die Siedlungen und Häuser am Hang, die nun nicht mehr zu sehen sind. Und es ist laut, hämmernd laut, denn die fetten Tropfen zerplatzen prasselnd auf den Wellblechdächern der umliegenden Hütten und Häuser, ein nicht enden wollender wütender Trommelwirbel.

Nichts geht mehr, das trifft auch für die Mitarbeiter des YMCA-Nationalverbandes zu. Das Satelliten gestützte Internet funktioniert nicht mehr, weil kaum noch Empfang da ist. Alle Treffen und Verabredungen außerhalb des Hauses fallen buchstäblich ins Wasser. Was bleibt, das sind Telefonate und Arbeiten am Schreibtisch. Nur im Notfall verlässt man jetzt noch das Haus, und solch ein Tropenguss kann schnell mal Stunden dauern, einer in diesen Tagen brachte es auf gute 24 Stunden.

Bäche werden zu reißenden Strömen, die sich durch wilde Schluchten des Löwengebirges hinunter in die große Meeresbucht ergießen und die dort auf dem Schlick gebauten Slums unter Wasser setzen. Immer wieder gibt es dann auch Ertrunkene zu beklagen.

Und wer nun trotz der Wassermassen von oben unterwegs ist, bekommt es schnell mit den Wassermassen am Boden zu tun, denn nicht asphaltierte Straßen werden mit ihren Schlaglöchern schnell zu kleinen Seenplatten, durch die sich Motorräder, Autos und LKW kämpfen müssen.

Mir wird gesagt, dass der Monat August gewöhnlich den meisten Regen brächte, so dass sich die Menschen, die es sich finanziell leisten könnten, einen Lebensmittelvorrat anlegten, wollten sie nicht wegen dringender Einkäufe triefend nass werden.

Doch natürlich hat die Regenzeit auch ihre positiven Seiten. Das sind die Tage, in denen Sumpfreis ausgepflanzt wird und wachsen kann. Das ist die Zeit, in der die beiden großen Stauseen des Landes wieder gefüllt werden. Sie sind Trinkwasserspeicher und Stromerzeuger gleichermaßen.

Dieser Regen sichert das Leben in den Monaten der Trockenzeit, die bald wieder kommen wird.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen
CVJM-Westbund

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