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YMCA Donkorkrom

08.07.2015 16:13 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Ein Verein mit großen Plänen in der tiefsten Provinz

YMCA Donkorkrom – Ein Verein mit großen Plänen in der tiefsten Provinz

Nach Einbruch der Dunkelheit sind wir abends in Donkorkrom angekommen. Hier gibt es einen YMCA, der Träger einer Vorschuleinrichtung ist. Sein Partner ist der CVJM Lüttringhausen im Bergischen Land und Donkorkrom liegt in der Ostregion von Ghana, Westafrika.

Dort hinzukommen ist schon abenteuerlich. Und wir hatten richtig Glück! Wir waren nämlich das letzte Fahrzeug, das noch auf die Afram-Autofähre passte und in zwanzig Minuten hatten wir auch schon über den Fluss, der hier ein Seitenarm des riesigen Voltastausees ist, übergesetzt. Dann brauchten wir aber noch gute zwei Stunden Fahrt, immer nach Osten den Südzipfel der Afram-Ebene querend, um in das Städtchen Donkorkrom zu gelangen. Die Straße ist einem schlechten Zustand. Schlaglöcher und auch lange Strecken ohne Asphalt machen die Fahrt langsam und beschwerlich. Donkorkrom ist wohl die größte Ortschaft der Afram Plains und bietet eine entsprechend bescheidene Infrastruktur. Nur hin und wieder führte unsere Straße durch ein kleines Dorf. Die Afram-Ebene ist nur dünn besiedelt und von beiden Seiten von Afram und Volta umzingelt. Daher ist Donkorkrom eigentlich tiefste Provinz.

Der Patron des YMCA Donkorkrom ist Inhaber eines netten Hotels, des St. Michael. Kürzlich ist er zum Chief von Alt-Donkorkrom berufen worden. Damit hat der YMCA Zugang zur traditionellen Leitungsstruktur des Ortes, wiewohl die Kindertagesstätte in Neu-Donkorkrom liegt. Sein Vorgänger war wohl nicht bereit, den YMCA mit einem Grundstück zu unterstützen. Sein Nachfolger sieht seine Rolle aber ganz anders.

Nach Donkorkrom zu fahren ist immer eine Dreitagereise. Bis zu zwölf Stunden (so unsere Rückreise später nach Accra) muss man für die Fahrt dorthin rechnen. Das heißt, man bleibt zwei Nächte, um auf diese Weise wenigstens einen Tag vor Ort zu haben. Da unser voller Tag vor Ort ein Sonntag war, ist natürlich vormittags Kirche angesagt. Hier sind drei Stunden Gottesdienst ein guter Durchschnitt. Gleich gegenüber vom St. Michael’s Hotel steht die presbyterianische Kirche. Dort gingen wir hin. Nach Eingangsliturgie, Predigt und Abkündigungen werden die Gäste am jeweiligen Sonntag vorgestellt. Also wurden spätestens da alle meiner ansichtig. Als ich wieder in meiner Bank in der letzten Reihe Platz genommen hatte, drehte sich mein Vordermann zu mir um, ob ich der Eckard vom CVJM aus Deutschland sei. – Pech! Ich hatte nämlich bei aller Vorstellung – und die zum Teil auf Twi – vergessen, meinen Namen zu nennen…! So begegnete ich Nana Ofori-Koree Isaaac, der Mitte der neunziger Jahre zu den Gründungsmitgliedern des YMCA Donkorkrom gehörte. Damals war er Assistent in der Krankenhausapotheke. Zwischenzeitlich hat er Pharmazie gelernt und das unter anderem in China. Er war nur für ein paar Tage in Donkorkrom, denn er wohnt seit ein paar Monaten in Ejisu-Ashanti, einem Vorort von Kumasi und ist dort für das Gesundheitsministerium tätig. Kurz nach 2000 war er auch im Rahmen einer Partnerschaftsreise in Lüttringhausen zu Besuch. Er hat wohl Ambitionen bei den nächsten Parlamentswahlen im Dezember 2016 für eine der großen Parteien zu kandidieren. Ihn wieder in die YMCA-Arbeit in Ghana einzubinden, das wäre toll!

Am Nachmittag kamen wir dann im YMCA zu einer Vereinsveranstaltung zusammen. Mitglieder und Eltern waren versammelt, denn die Kinder der Tagesstätte unterhielten uns mit Gedicht- und Tanzvorführungen. Eindrücklich war, dass auch der Nana Hene (Chief) von Alt-Donkorkrom mit seiner Frau am „High Table“ (Vorstandstisch) saßen. Über einhundert Kinder erhalten hier im YMCA in drei Klassen ihre Vorschulprägung. Und es gibt auch schone eine erste Grundschulklasse. Man ist gewillt, über die Vorschule hinaus nach und nach eine YMCA-Schule wachsen zu lassen. Leider hat man bei einigen Eltern Außenstände der Schulgelder und die erfolgreich einzutreiben braucht ganz schön Energie. Die Verantwortlichen des YMCA lernen nach und nach – oft auch bitter – was es heißt eine solche Einrichtung zu betreiben. „Bauen lassen kann jeder“, doch der Alltagsbetrieb fordert einen Verein erst richtig. Das soll wohl auch auf deutsche Presbyterien zutreffen.

Nach diesem unterhaltsamen Teil saßen wir dann noch zweieinhalb Stunden engagiert mit Vorstand und Mitgliedern des Kindertagesstätten-Ausschusses zusammen. Den ersten Teil bestritten Daniel Ofosu (Regionalsekretär) und Kwabena Nketia Addae (Generalsekretär) und brachten wichtige innerghanaische YMCA-Themen ein. Im zweiten Teil konnte ich verschiedene Fragenstellungen aus Lüttringhausen ins Gespräch einbringen.

Eckard M. Geisler

Bundessekretär für Weltdienst und Internationale Beziehungen

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