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YMCA Ranchi, Nordostindien - Christliche Sozialarbeit ergänzt die Arbeit örtlicher Kirchen

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YMCA Ranchi, Nordostindien - Christliche Sozialarbeit ergänzt die Arbeit örtlicher Kirchen

15.04.2015 15:26 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Mit dem YMCA Ranchi, im nordöstlichen Bundesstaat Jharkhand, in Indien, kam der CVJM-Westbund im Januar 2013 in Berührung. Eine kleine Delegation aus dem deutschen CVJM, dabei auch Vertreter des CVJM-Westbundes, besuchten verschiedene YMCAs in diesem riesigen Land, darunter auch die auf einer Hochebene liegende Millionenstadt Ranchi, die Hauptstadt des Bundesstaates. Es ging ihnen unter anderem darum, mögliche Einsatzstellen für Volontäre auszuloten.

Als ein erster Schritt des gegenseitigen Kennenlernens wurde ein Fachkräfteaustausch vereinbart. So war im Oktober 2013 Chonhas Kujur, Sekretär des YMCA Ranchi, für einen Monat zu Gast im CVJM-Westbund und Kreisverband Siegerland und lernte hier die unterschiedlichen Seiten von CVJM-Arbeit kennen.

Im Gegenzug durfte ich jetzt den YMCA in Ranchi besuchen.

Die Stadt verfügt über einen kleinen modernen Flughafen mit vier Gates und viele bunte umtriebige Geschäftsviertel, in denen im Innenstadtbereich auch die großen internationalen Marken vertreten sind.

tl_files/cvjm/Blog/Weltdienst/Indien-Ranchi-2015/3-Ranchi-Verkehr.JPGDoch schon der Straßenverkehr verrät etwas von den starken Kontrasten dieser Stadt. Fußgänger, Fahrräder, handgezogene Transportkarren, fußbetriebene Rikschas, Kleinkrafträder, dreirädrige Tuck Tucks (motorisierte Allzwecktransporter), Autos und Busse, sie alle wuseln durcheinander, nicht aggressiv, sondern hochkonzentriert und die anderen Verkehrsteilnehmer mit dauerndem Hupen, so Hupe vorhanden, auf das eigene Vorhandensein hinweisend.

Tagelöhner stehen da auf der einen Seite, wohlhabende Geschäftsleute auf der anderen.

Geschäftsviertel liegen auf der einen Seite, diverse Slums auf der anderen. Allein in neun von ihnen engagiert sich der YMCA.

tl_files/cvjm/Blog/Weltdienst/Indien-Ranchi-2015/4-Christuskirche-Hinduistisches-Fest.JPGDie hinduistische Frühlingsfestprozession Rama Navami zieht am Samstag vor Palmsonntag vor der ältesten christlichen Kirche von Ranchi vorbei, der lutherischen Christuskirche (1855).

Die Gossner Mission war und ist hier aktiv. In der Stadt soll es 40 % Christen geben, neben Hinduisten und einigen Moslems. Das ist überdimensional viel, denn im Landesdurchschnitt rechnet man mit vielleicht nur 2 % Christen. Am 9. Juni 1850 bekehrten sich die ersten vier Mitglieder des Uraon-Stammes, eines der 460 Adivasi-Völker, der Ureinwohner Indiens. Diese stehen außerhalb des hinduistischen Kastensystems und werden ausgegrenzt.

tl_files/cvjm/Blog/Weltdienst/Indien-Ranchi-2015/5-Gossner-Mission.JPGSie "zeigen sich nach anfänglichem Zögern voller Verlangen, ihre Dämonenängste und ihren Geisterglauben abzulegen, und ebenso gern vernehmen sie von den Missionaren die Worte Freiheit und Selbstständigkeit. Denn dies bedeutet auch Freimachen von sozialer Ungerechtigkeit und wirtschaftlicher Ausbeutung." (Homepage der Gossner Mission)

Nelso Lakra, der Bischof der Gossner Kirche in Ranchi: "Als christliche Ureinwohner kämpfen wir um unsere Rechte und ums Überleben: Großkonzerne rauben unser Land, Hindu-Fanatiker bedrohen unser Leben. Die Gossner Mission gibt unseren Adivasi-Völkern Rückhalt. Das spüren schon die Kinder." (Homepage der Gossner Mission)

In dieser Gesellschaft der Kontraste arbeitet der YMCA Ranchi mit ca. 200 Hauptamtlichen. Sie engagieren sich in neun Slumprojekten mit Vorschulen, Frauenbildung und Gesundheitsprogrammen, in zwei englischsprachigen Mittelschulen, zwei Berufsausbildungszentren, einem Hostel und einem dörflichen Entwicklungsprogramm, fünfzig km vor den Toren der Stadt.

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Hauptamtliche des YMCA Ranchi

Dabei müssen die YMCA-Sekretäre Christen sein und auch die Vorstandsmitglieder. Unter den angestellten Lehrern, Sozial- und Büromitarbeitern sind aber auch vereinzelt Moslems und Hindus. Da sich der YMCA mit seiner beeindruckenden Sozialarbeit viel weiter in die Gemeinwesen hineinbegibt, als es die Kirchen können, brauchen sie diese "Vertrauenspersonen". Ihre Zielgruppe sind ganz besonders die Slumbewohner, Ausgegrenzte, Kinder und Frauen, die am Rande der Gesellschaft leben und die Bewohner von Dörfern weit ab der Großstadt, wo Bildung und Infrastruktur analog der Entfernung abnehmen. So arbeitet der YMCA in Ranchi ganz stark in Ergänzung zu und in Kooperation mit den Kirchen.

Mit seinem besonderen Auftrag in der Stadt hat der YMCA die verschiedenen Konfessionen im All Churches Committee auf seinem "neutralen Boden" zusammengebracht. Neben der lutherischen Gossner-Kirche gibt es nämlich auch ganz stark die Katholiken, die Church of North India, Methodisten und andere.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen

Weitere Berichte aus Nordostindien finden Sie hier!

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