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YMCA Ranchi, Nordostindien - YMCA im Slum: Vorschule, Hausfrauenbildung und mehr

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YMCA Ranchi, Nordostindien - YMCA im Slum: Vorschule, Hausfrauenbildung und mehr

15.04.2015 16:05 von Eckard M. Geisler in CVJM weltweit (Kommentare: 0)

Der YMCA Ranchi, Jharkhand, Nordostindien, arbeitet in der Millionenstadt in elf Slums. Hier leben häufig Familien, die aus dem Hinterland kommend, ihr Glück und ihr Auskommen in der Stadt suchen. Viele von ihnen arbeiten als Tagelöhner, wobei die Frauen entsprechend der jeweiligen religiösen Kultur auch häufig zu Hause bleiben müssen und das Haus nicht ohne Ehemann verlassen dürfen.

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In den Slums hat der YMCA kleine Schulungsgebäude mit jeweils einem großen Klassenraum errichtet, so auch in Jagarnathpur. Unser Besuch ist angekündigt und wir werden schon erwartet.

tl_files/cvjm/Blog/Weltdienst/Indien-Ranchi-2015/3-2-Musterbuecher.JPGVormittags wird das kleine YMCA-Zentrum als Vorschule genutzt. Hier geht's ums Lesen und Rechnen lernen. Der Schultag geht für die Kinder mit einem gemeinsamen Mittagessen zu Ende. Nachmittags, so gegen zwei, kommen dann junge Hausfrauen in das Zentrum. Ihre Hausarbeit ist getan, es wurde geputzt, das Mittagessen zubereitet und die Kinder in Empfang genommen. Und das Besondere ist, entgegen ihrer Kultur dürfen viele alleine hierher kommen. Der YMCA hat sich das Vertrauen bei deren Männern erworben, dass ihnen nichts Unschickliches widerfahren wird.

Vielmehr lernen sie hier handwerkliche Fertigkeiten. Das ist vor allem der Umgang mit Nähmaschine, Nadel und Faden. Und was sie in ihren selbst gestalteten Musterbüchern vorweisen können, zeugt von einer guten und breiten Ausbildung, die nach dem Abschluss extern zertifiziert wird.

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So erhalten Kinder und Frauen in dieser armseligen Umgebung wichtige Hilfestellung vom YMCA. Es hilft ihnen in ihrem Selbstwertgefühl und bedeutet für die Kinder den Bildungsstart. Und Bildung ist der Weg aus der Armut. Weil die Eltern diesen Wert erkannt haben, gehen dann viele von ihnen in den folgenden Klassen in öffentliche Schulen oder aber auch in eine der beiden des YMCA Ranchi. Und wo es für das Schulgeld nicht reicht, da kann dann das Patenkinderprojekt des YMCA Ranchi einspringen, das dann für einen Teil oder auch das ganze Schulgeld aufkommt.

Doch das ist noch nicht alles, was in diesem kleinen YMCA-Zentrum geschieht. Es ist auch der Ort, in dem sich die Selbstverwaltung des Slums trifft. Von hier aus werden Aktionen im Gemeinwesen geplant, wie die Arbeit am Abwassersystem, Versorgung mit Trinkwasser, Wegebau, Rechtshilfe und Bewusstseinsbildung. Auch für die Jugendlichen ist es ein Treffpunkt, nachdem Kinder und Hausfrauen ihre Programme beendet haben.

Eckard M. Geisler
Bundessekretär für Weltdienst und internationale Beziehungen

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