Weltdienstarbeit in Ungarn
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Zwischenstop in der „Salzburg“

Bei schönstem Sonnenschein erkunden Kinder die Spielgeräte und den Sandkasten an Sóvár, an der „Salzburg“ des ungarischen CVJM (KIE), während die Erwachsenen drinnen der Bedeutung eines Bibeltextes auf die Spur kommen. „Salzburg“ haben die ungarischen CVJMer ihr Freizeitheim in Balatongyörök auf der Nordseite des Balaton, dem Plattensee, genannt. Von hier sollen Impulse ins Land gehen. Von hier soll die Arbeit des KIE in den Ortschaften gestärkt werden. Nur 200 m liegt es vom wunderschön gepflegten Strand und vom kleinen Bahnhof entfernt. Mit der Bahn lassen sich bequem die kleinen gemütlichen historischen Städtchen am Balaton erkunden. Mit einem Angebot von 40 Betten eignet es sich sehr gut für Freizeiten und Seminare. Aber auch ein privater Kurzurlaub oder ein Zwischenstop sind sicher in der Nebensaison möglich.
2001 wurde dieses ehemalige Sommerferienheim eines Arbeitnehmerverbandes dem KIE vom Staat übereignet. Damals war es in einem schlimmen Zustand. Unter anderem mit Hilfe aus Deutschland konnte es der KIE attraktiv renovieren und umbauen. Dank der eingebauten Heizungsanlage ist es jetzt das ganze Jahr über zu nutzen.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.sovar.hu

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Ungarischer KIE als Hausbesitzer

Wer hätte sich das träumen lassen? Vor dem zweiten Weltkrieg größter Jugendverband des Landes, in der Zeit des Kommunismus verboten und enteignet, das war die Ausgangsbasis der jungen Erwachsenen im neuen ungarische KIE nach der Wende.

Doch überraschend wurde jetzt dem KIE vom Staat ein ehemaliges Sommerferienheim des Arbeitnehmerverbandes am Balaton, dem Plattensee, in Balatongyörök, übereignet. Diese alte Villa mit einem neueren Anbau hat eine Kapazität von ca. 40 - 50 Betten. Dieses Haus ist ein kleines Juwel, liegt es doch nur 300 m vom Ufer des Sees und in der Nähe des Eisenbahnhaltepunktes.

Bis es aber vom ungarischen KIE für Freizeiten und Tagungen genutzt werden kann, ist noch eine Menge Arbeit erforderlich. Es gibt keine Einrichtungsgegenstände und die Sanitäranlagen sind in einem desolaten Zustand. Einige Wasserschäden in Wänden sind sichtbar. Da das Heim nur im Sommer gebraucht wurde, ist es nicht mit einer Heizung ausgestattet.

Doch erste Bauwochenenden haben schon stattgefunden. Müll wurde zusammengeräumt, Wände herausgebrochen und im Garten-Park gearbeitet. Für alle Renovierungs- und Umbaumaßnahmen veranschlagt der KIE eine Summe von € 100.000.

Selber ist man kaum in der Lage, die gesamten Kosten hierfür aufzubringen. So viel wie möglich, möchte man in Eigenleistung machen. Gebrauchte Möbel erhofft man sich von den Partner-CVJMs und jede Hand, die mit anpackt, ist willkommen. Eine Jugendgruppe aus Westfalen hat bereits vor, in diesem Jahr zwei Wochen mitzuhelfen.





Die Hilfsaktivitäten koordiniert der Bundessekretär für den Weltdienst,
Eckard M. Geisler, Tel. (05 71) 4 59 82, E-Mail: cvjmweltdienst@aol.com

Der ungarische KIE braucht aus dem CVJM-Westbund Hilfe für die Renovierung des Freizeitheims in Balatongyörök: Leute, die mit anpacken, Möbel, Material und Geld.

Überweisungen mit dem Stichwort "Projekt 2/02 (Freizeitheim Ungarn)" auf das
Westbund-Konto 1 010 257 014, bei der Bank für Kirche und Diakonie Duisburg, BLZ 350 601 90

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CVJM und damit auch Ten Sing sind eine feste Größe in der lutherischen Gemeinde in Kiskörös, Ungarn. Dort ist György Luptak Pfarrer. Zugleich ist er auch Vorsitzender des ungarischen KIE-Nationalverbandes.

TEN SING-Taufe

Krisztian, 23 Jahre alt, Student an der Uni in Pécs, Süd-Ungarn, immer ohne Geld aber immer lustig, manchmal verliebt aber noch nicht verlobt, leicht begeistert und ebenso leicht einstürzend - also das ist Krisztian oder auf deutsch: Christian. Seit etwa sechs Jahren gehört er zur Ten Sing Gruppe in Kiskörös, zusammen mit seinem Bruder. Seine Mutter ist seit Jahren krank, der Vater hat schon viele verschiedene Sachen im Leben ausprobiert, um seine Familie zu unterhalten.

Das letzte TEN SING-Festival in Litomysl/Tschechien sollte am 25. Juli 1999 angefangen. Am 25. hat er entschieden, daß er auch dabei sein möchte. Zwei Tage ist er getrampt, aber hat er es geschafft, ohne Anmeldung, ohne Geld. Aber die Gruppe hatte irgendwie immer für ihn eine Konserve, ein Stück Brot oder ein Frühstücksticket gefunden und für seine Isomatte auch eine
Ecke. Das Wichtigste: Er war dabei, und wir, die Gruppe, haben uns darüber sehr gefreut. Er ist der Mann, der immer viele gute Ideen hat, z. B. für das Drama in TEN SING. Er ist es, der immer vermißt wird, wenn er nicht dabeiist.

Einmal, etwa vor einige Monaten, steht er vor mir und sagt: "Gyuri bacsi", das heißt soviel wie: "Onkel Georg." "Ich möchte mich taufen lassen. Wie geht das? Was soll ich tun?" Natürlich haben wir darüber mehr gesprochen. Er hat erzählt, daß er es wichtig findet. Er will dieses Zeichen Gottes auch in seinem Leben haben. Ich habe ihn erklärt, wie es laufen soll. Er hat ein Büchlein bekommen und hat zum ersten Mal in seinem Leben Religionsunterricht angefangen. Die TEN SING-Gruppe wußte es. Sie haben immer nachgefragt und mit ihren Fragen mitgeholfen. In diesem Prozess des Lernens innerhalb der Gruppe ist unsere Gemeinschaft noch enger geworden. Am Ende hat Krisztian auch ein kleines Examen abgelegt (Es ist in unserer lutherischen Kirche noch so: Erwachsenentaufe ist mit der Konfirmation und mit einer Prüfung zusammengebunden!).

Und dann kam die Frage: "Wie, und wann machen wir seine Taufe?" Er hat einen Samstag Morgen gewählt, in unserer Gemeinde ist an jedem Werktag morgens ein Kurzgottesdienst in unserem Gemeindehaus. "O.K.", habe ich gesagt: "Meinerseits ist alles in Ordnung. Und wen möchtest Du einladen?" "Paten brauchst du nicht mehr, weil du schon 23 bist. Du kannst schon selber entscheiden. Wen willst Du?" "Die ganze TS Gruppe habe ich eingeladen", sagte Krisztian.

Am Freitag Abend, ganz spät ruft er mich an: "Gyuri bacsi, ich möchte meine Taufe lieber eine Stunde früher, um sieben Uhr." "Warum denn?" frage ich. Ich bin schon seit zwanzig Jahren Pfarrer und niemand wollte je in meiner
Praxis seine Taufe schon so früh! Da erzählt Krisztian: "Für einige Mitglieder der Gruppe ist acht Uhr schon zu spät, weil sie mit ihren Eltern im Weinberg arbeiten sollen." Kiskörös und die Umgebung ist eine Weingegend.

Und am 29. April, Sonnabend morgens, um sieben Uhr, waren wir alle da, in unserem Gemeindehaus. Vor dem kleinen Altar stand Krisztian, und um ihn herum die ganze Gruppe. Alle in dunkle Anzüge gekleidet, mit Krawatten, die Mädchen in ihren schönsten Kleidern. "Willst du, Krisztian, daß ich Dich im Namen Gottes, nach dem Missionsbefehl Jesus Christi, taufe?" "Ja, ich will", kam seine Antwort. Und er hat seinen Kopf gebeugt und ich habe ihn dreimal mit dem Taufwasser begossen: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilgen Geistes!"

Dann im Büro habe ich ihn in unser Taufbuch eingeschrieben. Eigentlich wollte ich die Rubrik "Paten" leer lassen, dann aber habe ich hineingeschrieben: "Paten von Krisztian: TEN SINFGruppe in Kiskörös."

Wenn mein Bischof das einmal liest, dann wird auch er hoffentlich Krisztians Geschichte verstehen.

György Luptak/Kiskörös

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CVJM Ungarn - Totgesagte leben länger

Dem einen oder anderen mag es durch einen Urlaub bekannt sein, Ungarn, im Herzen Europas gelegen, umgeben von sieben Ländern, der Slowakei, der Ukraine, Rumänien, Jugoslawien, Kroatien, Slowenien und Österreich. Sprachlich merkt man davon jedoch nichts, weil das Ungarische mit keiner der drum herum gesprochenen Sprachen verwandt ist. Vielleicht sprechen deshalb so viele Ungarn eine Fremdsprache, deutsch oder auch englisch. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Ungarn ein Satellitenstaat der Sowjetunion. Damit hielt staatlich verordneter Atheismus Einzug, die Kirchen wurden in ihrer Arbeit stark behindert und freie Verbände, wie der KIE (CVJM) verboten. Damit war der KIE in Ungarn tot, doch Tot Gesagte leben länger! Bereits vor der Wende - es gab eine erste Mitarbeiterschulung - wuchs aus den alten Wurzeln
ein neuer Trieb.

Junge Erwachsene fanden sich zu den Übriggebliebenen der Generation, die damals im KIE aktiv war. Junge Erwachsene sind es, die heute das Bild des ungarischen KIE prägen und die Verantwortung auf den unterschiedlichen Ebenen tragen. Heute gibt es in Ungarn an die zwanzig Ortsvereine und Gruppen. Da ist keine wie die andere. Es gibt kein traditionelles Vereinsmuster, mit
geprägten Aktivitäten. Die jeweils örtlichen Herausforderungen bestimmen den Verein. In einem katholischen Internat sind es Mädchen, die miteinander ein Zimmer teilen, die eine KIE-Gruppe bilden, mit dem Ziel, Jesus den Mitschülern bekannt zu machen. Ein Jugendchor in einer lutherischen Gemeinde entschied sich dafür, KIE zu werden und damit zu der nationalen und weltweiten Gemeinschaft der CVJM zu gehören. Junge Christen in der Industriestadt Tatabánya leiten Jugendgruppen mit einem großen Angebot an Freizeiten. Ihre Spezialität ist das Felsklettern und Abseilen. In Budapest ist man auf Volkstanz spezialisiert und in Békéscsaba auf künstlerisches und kreatives Gestalten. Ein anderer Verein hat die regelmäßige Veranstaltungsform von Kulturcafés, für sich als missionarische Möglichkeit entdeckt. Musikdarbietung, Kunstausstellung und missionarische Verkündigung bilden eine Einheit. Fremdsprachenunterricht ist an anderer Stelle Anknüpfungspunkt für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, um in dieser atheistisch geprägten Umwelt mit Menschen in Kontakt zu kommen.

Eine große Palette an Begabungen und Fähigkeiten kommt so in der Breite des ungarischen KIE zum Tragen. In den Regionen des Landes pflegt man sehr den Zusammenhalt. Der stärkste Verein nimmt Verantwortung für die kleineren in der Umgebung wahr.

Diese ganze Arbeit geschieht häufig unter widrigen Rahmenbedingungen. Es gibt Ortsvereine, die sich in fünf Jahren vier mal neuen Raum für ihre Aktivitäten suchen mußten, mit allen Nachteilen für eine kontinuierliche Gruppenarbeit. Die intensive finanzielle Förderung in den Anfangsjahren nach der Wende ist zusammengebrochen. Damit gab es im ganzen Nationalverband für einige Jahre keinen Hauptamtlichen mehr. Selbst im Nationalverbandsbüro in Budapest schaute nur zweimal die Woche ein Student für ein paar Stunden ehrenamtlich nach dem Rechten. Mit Hilfe der internationalen Partner des KIE konnte inzwischen ein Nationalsekretär angestellt werden, der die Arbeit auf Nationalverbandsebene koordiniert.

Früher gehörten dem KIE in Budapest und im Lande mehrere Häuser. Sie wurden enteignet oder vorher einer Kirche überschrieben. Diese scheinen z.Zt. aber unwiederbringlich verloren zu sein. Bei einem Durchschnittsverdienst von vielleicht € 200,-- im Monat, ist zudem das wirtschaftliche Umfeld für die Arbeit des KIE nicht gerade einfach..

Trotzdem sind die ehrenamtlich Mitarbeitenden unermüdlich aktiv und mit Engagement und Liebe zu Jesus bei der Arbeit. "Ein eigenes Haus ist nicht unbedingt die Lösung aller Probleme, da brauchen wir viel eher einen eigenen Minibus, als Transportmittel für die ganze Region und eine attraktive und flexible Jugendarbeit." So ein Mitarbeiter, der auf diese ganz pragmatische Weise seine Prioritäten setzt.

Die Mitarbeitenden und Verantwortlichen dieses wachsenden und sehr lebendigen Nationalverbandes haben ganz deutlich eine internationale Vision von CVJM-Arbeit und sind sehr an Austausch und einem inhaltlichen Miteinander interessiert.

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Eckard M. Geisler

CVJM-Bundessekretär für Weltdienst
und Internationale Beziehungen

CVJM-Westbund , Postfach 202051, 42220 Wuppertal
1010 257 057 bei der Bank für Kirche und Diakonie - KD-Bank e.G., BLZ 350 601 90