Gemeinsam beraten und gestalten
– Ein Rückblick auf die Delegiertenversammlung 2026 –
Drei Tage lang wurde auf der Bundeshöhe diskutiert, gelacht, gefragt und miteinander nach vorne geschaut. Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung des CVJM-Westbund ging es um wichtige Entscheidungen – und darum, wie sie gemeinsam entstehen und wie wir unseren Landesverband miteinander gestalten wollen.
Rund 95 Stimmberechtigte kamen vom 25. bis 27. September in der CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe in Wuppertal zusammen. Am Samstag waren im Rahmen der „Open DV" außerdem etwa 30 Gäste dabei. Sie brachten ihre Perspektiven in die Gespräche über die Zukunft der Delegiertenversammlung ein. So war das Wochenende mehr als eine Reihe von Tagesordnungspunkten: Es bot Raum für Begegnungen, neue Gedanken und den Austausch darüber, was uns als CVJM verbindet.
Denn die Arbeit des CVJM-Westbundes lebt von Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen. Sie übernehmen Verantwortung, bringen viel Erfahrung und Fachwissen mit und gestalten die Arbeit mit großem Engagement. Ihre Ideen und Perspektiven tragen den Verband - und genau das wurde in den Beratungen spürbar.
Viele Stimmen, ein gemeinsamer CVJM
Im neu gestalteten Saal der BiBu begann Freitagabend mit einem Blick zurück: Ein Quiz machte den Jahresbericht zum Gesprächsanlass. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmenden dann mehr über die Arbeit des vergangenen Jahres erfahren und mit Expert:innen ins Gespräch kommen. Es wurde nachgefragt, ergänzt und eingeordnet. Schnell zeigte sich: Wenn viele unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen, entsteht ein lebendiger Blick auf das, was den CVJM-Westbund ausmacht.
Am Samstag ging es zunächst um die finanzielle Lage des Verbandes. Schatzmeister Thomas Bergmann stellte den Jahresabschluss 2025 und den Haushaltsplan 2027 vor. Gemeinsam mit Geschäftsführer Michael van den Borre beantwortete er Fragen aus der Versammlung. In kleinen Gesprächsgruppen, im Plenum und über digitale Fragen konnten die Teilnehmenden ihre Anliegen einbringen. Auch schwierige Themen kamen auf den Tisch. Gemeinsam wurde überlegt, was jetzt wichtig ist und welche Wege die laufende Finanzsanierung weiterbringen können.
Besonders intensiv wurde über „U27" und die Direktvertretung der Ortsvereine gesprochen. Wie können junge Menschen künftig stärker an Entscheidungen im Landesverband beteiligt werden? Und wie lässt sich eine direkte Vertretung der Ortsvereine gestalten, ohne die Bedeutung der Kreisverbände aus dem Blick zu verlieren? Dazu gab es verschiedene Ideen und unterschiedliche Einschätzungen. Einig war man sich in einem wichtigen Punkt: Es geht nicht um Jung gegen Alt. Es geht darum, den CVJM als Jugendverband zu stärken und zugleich das Miteinander der Generationen zu bewahren. Für die weitere Arbeit am Satzungsentwurf gaben die Delegierten dem Satzungsbeirat eine klare Richtung mit: Die Ortsvereine sollen künftig direkt mit jeweils zwei Personen in der Delegiertenversammlung vertreten sein – darunter mindestens eine Person unter 27 Jahren. Damit junge Delegierte die Mehrheit der Stimmberechtigten bilden, soll bei den Delegierten ab 27 Jahren das Los über die Stimmrechte entscheiden, wenn nicht alle Teilnehmenden stimmberechtigt sein können. Die konkreten Regelungen sind noch nicht endgültig beschlossen. Der Satzungsentwurf soll im kommenden Frühjahr beraten und beschlossen werden.
Die Frage, wie die Delegiertenversammlung künftig konkret aussehen könnte, wurde am Nachmittag co-kreativ angegangen: In zehn Arbeitsgruppen sammelten die Teilnehmenden Ideen für ein neues Format. Die vielen Stimmen und Gedanken gesammelt und bilden so das Fundament für zukünftige Überlegungen.
Auftanken, begegnen, willkommen heißen
Geistliche Impulse gaben dem Wochenende ebenfalls ihren eigenen Rhythmus – vom gemeinsamen Abendlob am Freitag über den Morgenimpuls „Blickwechsel – einmal einfach alles anders sehen können“ bis zum Gottesdienst am Sonntag. Präses Dorothea Turck-Brudereck predigte zum Thema „In die Mitte gestellt“ und nahm die Gemeinde mit in eine Szene aus dem Leben Jesu: „Jesus ist unterwegs mit seinen Jüngern. Staub unter den Sandalen, Galiläa im Rücken, Kapernaum vor Augen. Jesus geht voran, die Zwölf hinter ihm - und unterwegs, wo sie meinen, er höre es nicht, entbrennt ein Streit. Ganz wie im wahren Leben, oder?“
In diesem Gottesdienst wurden auch vier neue Bundessekretär:innen in ihren Dienst im CVJM-Westbund eingeführt: Stefanie Demand als Bundessekretärin für Jugendbildung, Schutzauftrag und Mental Health, Jannis Schuchmann als Bundessekretär für Sport (in Elternzeitvertretung), Niklas Sprung als Bundessekretär für Jungschar und Arbeit mit Kindern sowie Tobias Engel als neuer Leiter der CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe. Beim anschließenden Empfang und festlichen Mittagessen war Zeit, die neuen Kolleg:innen willkommen zu heißen und kennenzulernen.
Und zwischen den Programmpunkten? Da ging das Miteinander einfach weiter: im Foyer, bei Gesprächen und gemeinsamen Abenden, beim Spielen oder beim Kennenlernen. Es war Zeit, einander zuzuhören, Neues zu erfahren und gemeinsam zu erleben, was CVJM-Gemeinschaft bedeutet. Ein Satz aus der Aussprache bringt die zuversichtliche Stimmung des Wochenendes schön auf den Punkt: „Egal, was es wird, es wird gut!"
