Interaktiv-Tagung

Tagung für Mitarbeitende und Verantwortliche der Jugendarbeit

 

CVJM INTERAKTIV

Neu. Inspirierend. Ermutigend

 

10./11. Februar 2018, Ev. Gemeindehaus Oberlübbe, Alte Lübber Volksschule, Hille – Oberlübbe

 

Abenteuer Alltag – den Glauben ins Leben bringen!

Interaktiv-Tagung 2018
Interaktiv-Tagung 2018
Band MerkWürdig, CVJM Lohe
Band MerkWürdig, CVJM Lohe
Matthias Büchle "Glaube im Alltag"
Matthias Büchle "Glaube im Alltag"
Interaktiv-Tagung 2018
Interaktiv-Tagung 2018

Glaube und Alltag

„CVJM-interaktiv“-Tagung in Hille Oberlübbe

HILLE  —  Wie kann der Glaube das Leben bestimmen? Was nährt ihn und was hält ihn lebendig? Diese Fragen standen im Zentrum der „CVJM interaktiv“-Tagung, zu der der CVJM-Westbund am zweiten Februarwochenende nach Oberlübbe eingeladen hatte. „CVJM interaktiv“ steht in der Tradition der regionalen Vorstände-Tagungen, wendet sich aber nicht nur an Vorstandsmitglieder, sondern an alle, die verantwortlich in Ostwestfalen im CVJM mitarbeiten. Rund 60 Mitarbeitende vor allem aus dem Minden-Lübbecker Raum nahmen in diesem Jahr teil.

Impulse zum Thema gab der Generalsekretär des CVJM-Westbundes Matthias Büchle in einem Vortrag Samstag Nachmittag im Gemeindehaus Oberlübbe. Büchle stellte fest, dass häufig Glauben und Alltag auseinanderklafften. Eine Ursache sieht er im Verlust von Ritualen wie zum Beispiel festen Gebetszeiten: „Wir haben im Alltag verlernt, Rituale des Glaubens zu leben“, sagte Büchle und erinnerte an frühere Zeiten, wo das Läuten der Kirchenglocken um sechs und zwölf Uhr das Alltagsleben zur Besinnung auf Gott unterbrochen hätten. Auch sei es heute so, dass viele Christen ihr Glauben nur im Hauskreis oder in frommen Zirkeln lebten, nicht aber in ihrem normalen Alltag. „Wir bewegen uns dann als Christen nur in unserer Komfort-Zone“, sagte er.

Jeder Tag ohne Gebet und Jesus Christus sei aber ein verlorener Tag, meinte er und betonte: „Jesus selbst sehnt sich danach, mit mir einen ganz normalen Tag zu verbringen. Jesus ist leidenschaftlich an meinem Alltag interessiert.“ Christen wüssten aus der Bibel, dass sie Gott dafür nicht in ihr Leben holen müssten, sondern dass er in Jesus immer schon bei ihnen sei. Es gelte, für ihn im Alltag sensibel zu werden und ihn so zu erfahren. Büchle stellte sehr konkrete Fragen: „Wie wache ich mit Jesus auf?“ „Wie fahre ich mit Jesus Auto?“ Würde sich das Verhalten ändern, wenn man sich klarmache, dass Jesus dabei sei? Damit wolle er Jesus nicht als eine Art Himmelspolizist hinstellen – vielmehr gebe das Wissen, dass er im Leben dabei sei, Mut und Kraft, auch schwierige Dinge zu bestehen.

Um sich der Gegenwart Jesu bewusst zu werden, schlug Büchle „Übungsfelder“ vor. So regte er an, vor dem Einschlafen Konflikte zu klären, den Tag loszulassen und im Gedanken an Jesus einzuschlafen. Das Aufwachen könne von einem kurzen Gebetswort begleitet werden, man könne Ängste und Sorgen benennen und sich Jesus anvertrauen. Außerdem schlug Büchle vor, im Alltag immer mal wieder inne zu halten und Rückschau zu halten, um Zeichen der Gegenwart Gottes im Alltag zu erkennen. Wichtig sei es auch, das Gebet nicht nur als Sprechen, sondern auch als Hören zu begreifen und zum Beispiel Bibeltexte zu meditieren.

„Wir müssen das Wahrnehmen immer neu einüben“, sagte Büchle und unterstrich: „Es gibt viele Rituale, die uns dabei helfen und die helfen, sich Jesus anzuvertrauen.“

Das Thema wurde in Gesprächsgruppen aufgenommen, aber auch im abendlichen Gottesdienst, in dem CVJM-Weltdienstsekretär Eckard M. Geisler die Predigt hielt. Die musikalische Begleitung hatte die Band „MerkWürdig“ des CVJM Lohe übernommen.

Praktische Fragen aus der Jugendarbeit bestimmten die „Perspektiv-Gruppen“ Sonntag Morgen in der Alten Lübber Schule, in der auch etliche der 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernachtet hatten. Hier ging es um geistliche und juristische Fragen der Vorstandsarbeit, um das „Bibelprojekt“ des CVJM Lemgo und um interkulturelle Begegnungen im CVJM.

Neben Matthias Büchle und Eckhard M. Geisler waren die CVJM-Westbund-Sekretäre Klaus-Peter Diehl und Günter Lücking an der Tagung beteiligt. Außerdem stellte sich Margarethe Bergmann den CVJM-Mitarbeitenden vor: Sie ist als Projektsekretärin seit dem 1. Januar 2018 für die Ten-Sing-Arbeit im CVJM-Westbund zuständig. „Make Ten Sing great again“ beschrieb die Sprachtherapeutin und Sozialarbeiterin das Ziel ihrer Arbeit. Es seien zwar noch 39 Ten Sing-Gruppen im Westbund registriert, aber einige davon seien zur Zeit nicht aktiv. Bergmann, die aus Vlotho stammt und dort selbst als Jugendliche und junge Erwachsene in der Ten-Sing-Arbeit aktiv war, hofft, dass sich diese Arbeit wieder neu beleben lässt. „Das ist eine tolle Gemeinschaft, in der jeder ohne Leistungsdruck seine Gaben einbringt“, beschreibt sie diese Form von Jugendarbeit, in der Jugendliche gemeinsam eine musikalische Revue erarbeiten. Derzeit arbeitet sie nur im Rahmen einer 450-Euro-Stelle. „Langfristiges Ziel ist es aber, dass daraus eine halbe Stelle wird“, sagt Bergmann.  hö

Bernd Höner, Herford aus Unsere Kirche  Nr. 10 vom 4. März 2018 

Die nächste CVJM INTERAKTIV-Tagung findet am 9./10. Februar 2019 im Evangelischen Gemeindehaus Oberlübbe und in der Alten Lübber Volksschule, Hille – Oberlübbe statt.